Vitamin E

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Privatpraxis für
Orthopädie und Sportmedizin
Dr. Uwe Wegner

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letzte Aktualisierung:

21. November 2005





 

 

Aktuelle Informationen

 

Oxidative Vorgänge, d.h. Veränderungen von Substanzen unter Einfluss von Sauerstoff, sind elementare Reaktionen im zellulären Bereich. Dabei entstehen kurzlebige Sauerstoffzwischenprodukte, so genannte Radikale, die aufgrund ihrer hohen Aktivität mit ihrer nächsten Umgebung reagieren. Die Entgiftung dieser Radikale ist für die Zellen lebenswichtig. Deshalb haben sich wirksame antioxidative Schutzmechanismen entwickelt, die die schädigende Wirkung der Sauerstoffradikale lokal begrenzen.

Natürliches Vitamin E ist das wichtigste Antioxidans im Bereich der fettlöslichen Stoffe, Vitamin C der wichtigste Vertreter im wasserlöslichen Bereich.

Natürliches Vitamin E wird in die Zellmembran praktisch aller Zellen eingebaut und schützt  so als „Radikalfänger“ während einer Entzündung. Am Entzündungsherd entsteht ein lokaler Mangel an Vitamin E, der z. B. durch eine hoch dosierte Zufuhr von Vitamin E ausgeglichen werden kann. Zusammen mit Vitamin C und anderen Substanzen bildet Vitamin E ein anti­oxidatives Netzwerk zur natürlichen Abwehr von Entzündungen.

1936 wurde durch Evans erstmals reines Vitamin E aus Weizenkeimöl isoliert. Der wissen­schaftliche Name für dieses Vitamin ist Tocopherol. Es sind verschiedene Tocopherole be­kannt. Die höchste biologische Aktivität besitzt das D-alpha-Tocopherol. Natürliche und synthetische Vitamin E-Zubereitungen weisen im Hinblick auf ihre biologische Wirksamkeit erhebliche Unterschiede auf.

Vitamin E kommt in fast allen Lebensmitteln vor, hauptsächlich jedoch in pflanzlichen Ölen. Sojabohnen und Weizenkeime sind die optimalen natürlichen Lieferanten von Vitamin E.

Über die Mindestmenge Vitamin E, die täglich aufgenommen werden muss, gehen die Mei­nungen auseinander. Für den durchschnittlichen „wissenschaftlichen“ Erwachsenen von 70 kg sollten es jedoch 140 mg sein. Auch wenn keine spezifische Mangelerkrankung bekannt ist, besteht in vielen Situationen ein erhöhter Bedarf, z. B. in der Schwangerschaft und in der Stillzeit, oder bei chronischen, entzündlichen Erkrankungen. Bei letzteren ist z. B. ein deutlich erniedrigter Vitamin E-Spiegel nachgewiesen worden.

Auswirkungen:

Wie oben schon erwähnt, entstehen im Rahmen chronischer Entzündungen, aber auch durch Gewebeüberlastungen z. B. im Sport, zu viele Sauerstoffradikale, die Zellen zerstören. Dies führt zu einer Funktionsbeeinträchtigung z. B. der Gelenkflüssigkeit und des Knorpels, der ausschließlich durch die Gelenkflüssigkeit ernährt wird. Bei der Inaktivierung der Sauer­stoffradikale wird das vorhandene Vitamin E schnell verbraucht. Durch hoch dosierte Zufuhr von Vitamin E kann dieser lokale Mangel am Entzündungsherd behoben werden.

Es konnte nachgewiesen werden, daß andere entzündungshemmende Medikamente, die Nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSA), z. B. Diclofenac, Ibuprofen, etc. durch gleichzeitige Einnahme von Vitaminen erheblich niedriger dosiert werden konnten. So wurden die Neben­wirkungen der NSA, z. B. Magenbluten, erheblich reduziert.

Anwendungsgebiete für Vitamin E u. a.:

-        Entzündliche Bindegewebserkrankungen
-        Chronisch-entzündliche Gelenkserkrankungen
-        Degenerative Gelenkserkrankungen (Arthrose)
-        Natürliche Leistungssteigerung im Sport
-        Sportverletzungen und –Überlastungsschäden
-        Degenerative Gefäßerkrankungen (Arteriosklerose)

Dosierung:

Als Regeldosierung werden 500 – 600 mg Vitamin E pro Tag angegeben. Bei akuten Be­schwerden können auch kurzfristig bis zu 2000 mg/Tag in Form von Kapseln eingenommen werden. In natürlicher Form kommt Vitamin E besonders hoch dosiert in frisch gekeimten Weizenkeimen und Sojabohnen vor. Diese kann sich jeder auf der Fensterbank „züchten“. Fragen Sie z. B. im Reformhaus nach.

Nebenwirkungen:

Gegenanzeige und Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Da EisenIII-Präparate die Wirkung von Vitamin E vermindern können, sollten zwischen der Einnahme derartiger Präparate meh­rere Stunden liegen.

Es kann Wechselwirkungen mit gerinnungshemmenden Stoffen geben.

Wie vor der Einnahme eines jeden Medikamentes sollte sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat fragen.