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Oxidative
Vorgänge, d.h. Veränderungen von Substanzen unter Einfluss von Sauerstoff,
sind elementare Reaktionen im zellulären Bereich. Dabei entstehen kurzlebige
Sauerstoffzwischenprodukte, so genannte Radikale, die aufgrund ihrer hohen
Aktivität mit ihrer nächsten Umgebung reagieren. Die Entgiftung dieser
Radikale ist für die Zellen lebenswichtig. Deshalb haben sich wirksame
antioxidative Schutzmechanismen entwickelt, die die schädigende Wirkung der
Sauerstoffradikale lokal begrenzen.
Natürliches Vitamin E ist das wichtigste
Antioxidans im Bereich der fettlöslichen Stoffe, Vitamin
C der wichtigste Vertreter im wasserlöslichen Bereich.
Natürliches
Vitamin E wird in die Zellmembran praktisch aller Zellen eingebaut und schützt
so als „Radikalfänger“ während einer Entzündung. Am Entzündungsherd
entsteht ein lokaler Mangel an Vitamin E, der z. B. durch eine hoch dosierte
Zufuhr von Vitamin E ausgeglichen werden kann. Zusammen mit Vitamin C und
anderen Substanzen bildet Vitamin E ein antioxidatives Netzwerk zur natürlichen
Abwehr von Entzündungen.
1936
wurde durch Evans erstmals reines Vitamin E aus Weizenkeimöl isoliert. Der
wissenschaftliche Name für dieses Vitamin ist Tocopherol. Es sind
verschiedene Tocopherole bekannt. Die höchste biologische Aktivität besitzt
das D-alpha-Tocopherol. Natürliche und synthetische Vitamin E-Zubereitungen
weisen im Hinblick auf ihre biologische Wirksamkeit erhebliche Unterschiede auf.
Vitamin
E kommt in fast allen Lebensmitteln vor, hauptsächlich jedoch in pflanzlichen
Ölen. Sojabohnen und Weizenkeime sind die optimalen natürlichen Lieferanten
von Vitamin E.
Über
die Mindestmenge Vitamin E, die täglich aufgenommen werden muss, gehen die Meinungen
auseinander. Für den durchschnittlichen „wissenschaftlichen“ Erwachsenen
von 70 kg sollten es jedoch 140 mg sein. Auch wenn keine spezifische
Mangelerkrankung bekannt ist, besteht in vielen Situationen ein erhöhter
Bedarf, z. B. in der Schwangerschaft und in der Stillzeit, oder bei chronischen,
entzündlichen Erkrankungen. Bei letzteren ist z. B. ein deutlich erniedrigter
Vitamin E-Spiegel nachgewiesen worden.
Auswirkungen:
Wie
oben schon erwähnt, entstehen im Rahmen chronischer Entzündungen, aber auch
durch Gewebeüberlastungen z. B. im Sport, zu viele Sauerstoffradikale, die
Zellen zerstören. Dies führt zu einer Funktionsbeeinträchtigung z. B. der
Gelenkflüssigkeit und des Knorpels, der ausschließlich durch die Gelenkflüssigkeit
ernährt wird. Bei der Inaktivierung der Sauerstoffradikale wird das
vorhandene Vitamin E schnell verbraucht. Durch hoch dosierte Zufuhr von Vitamin
E kann dieser lokale Mangel am Entzündungsherd behoben werden.
Es
konnte nachgewiesen werden, daß andere entzündungshemmende Medikamente, die
Nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSA), z. B. Diclofenac, Ibuprofen, etc. durch
gleichzeitige Einnahme von Vitaminen erheblich niedriger dosiert werden konnten.
So wurden die Nebenwirkungen der NSA, z. B. Magenbluten, erheblich reduziert.
Anwendungsgebiete
für Vitamin E u. a.:
-
Entzündliche Bindegewebserkrankungen
-
Chronisch-entzündliche Gelenkserkrankungen
-
Degenerative Gelenkserkrankungen (Arthrose)
-
Natürliche Leistungssteigerung im Sport
-
Sportverletzungen und –Überlastungsschäden
-
Degenerative Gefäßerkrankungen (Arteriosklerose)
Dosierung:
Als
Regeldosierung werden 500 – 600 mg Vitamin E pro Tag angegeben. Bei akuten
Beschwerden können auch kurzfristig bis zu 2000 mg/Tag in Form von
Kapseln eingenommen werden. In natürlicher Form kommt Vitamin E besonders
hoch dosiert in frisch gekeimten Weizenkeimen und Sojabohnen vor. Diese kann
sich jeder auf der Fensterbank „züchten“. Fragen Sie z. B. im
Reformhaus nach.
Nebenwirkungen:
Gegenanzeige
und Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Da EisenIII-Präparate die Wirkung
von Vitamin E vermindern können, sollten zwischen der Einnahme derartiger
Präparate mehrere Stunden liegen.
Es
kann Wechselwirkungen mit gerinnungshemmenden Stoffen geben.
Wie
vor der Einnahme eines jeden Medikamentes sollte sie Ihren Arzt oder
Apotheker um Rat fragen.
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