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Die
Suche nach dem idealen Sportschuh und hier insbesondere nach dem idealen
Laufschuh gestaltet sich auf Grund der Vielzahl von Marken und Modellen
schwierig.
Die drei Hauptbeanspruchungen des Schuhs sind Dämpfen, Stützen und Führen.
Um alle Komponenten zu sichern, wurden verschiedene Dämpfungs- und
Stabilitätssysteme und -materialien entwickelt.
Viele Beschwerden werden durch die hohe Stoßbelastung beim ersten
Bodenkontakt übermäßige Zug- und Scherkräfte z. B. durch verstärkte
Pronationsbewegung (=Überpronation) oder Supinationsbewegung beim Abrollen
verursacht. Beim einfachen Dauerlauf muss das 3-fache des Körpergewichtes
beim Aufsetzen abgefedert werden. Bei einem 10 km -Lauf eines 80 kg
schweren Läufers ist dies in ca. 40 min eine Belastung von über 500 Tonnen
pro Fuß. Eine optimale Dämpfung ist also extrem wichtig. Die Effektivität
der Dämpfung ist hierbei vor allem von der Fersenform des Schuhs abhängig,
weniger von dem Material. Die Vermutung, dass, je weicher der Schuh ist,
desto mehr Dämpfung erzielt wird, ist falsch. Je höher die
Laufgeschwindigkeit und das Körpergewicht, desto größer ist die
Verformungsgeschwindigkeit des Schuhs, d. h. der Schuh muss stabiler
gebaut sein. Es gibt Vor-, Mittelfuß- und Rückfußläufer, so dass der
Schuhaufbau dem primären Laufstil entsprechen muss. Die Mehrzahl der
Langstreckenläufer setzt mit dem Rückfuß auf.
Das Gewicht des Laufschuhs liegt meist zwischen 350 und 380 g und sollte
bei der Auswahl keine große Rolle spielen. Der Sportschuh soll durch
konstruktive Maßnahmen die natürliche Fußbewegung unterstützen und führen.
Eine wichtige Eigenbewegung des Fußes ist die Entkoppelung von Vor- und
Rückfuß. Diese Entkoppelung wird durch einen starren Schuh unterdrückt mit
der Folge, dass der Fuß eine Eigenbewegung im Schuh vollführt. Dies hat
zur Entwicklung der Torsionstechnik geführt. Die statische Analyse erlaubt
keine Aussage über sein dynamisches Verhalten. Der Fuß vermindert unter
Belastung seine Länge und Breite. Die Länge nimmt physiologisch um eine
halbe bis eine ganze Schuhnummer zu. Die Breitenzunahme kann 1 cm und mehr
betragen. Die Veränderungen müssen nicht seitengleich auftreten. Ohnehin
haben nur 30% der Menschen eine seitengleiche Fußlänge. Beim Schuhkauf
muss also im Stand mindestens eine Daumenbreite Luft vor den Zehen sein.
Mit einer Laufanalyse auf dem Laufband ist keine Schuhberatung möglich.
Der Schrittablauf auf dem Laufband entspricht nicht dem natürlichen
Laufverhalten im Gelände. Der Bewegungsablauf ändert sich in Abhängigkeit
von der Laufbandgeschwindigkeit und der Eigenfrequenz des Laufbandes, so
dass eine krasse Fehlbeurteilung des Laufstiles resultieren kann.
Die optimale Beurteilung ist nur durch eine Ganganalyse mit Hilfe einer
Druckverteilungsmessung während des Abrollvorganges möglich. Hierzu sind
verschiedene stationäre Systeme im Einsatz. Sogar während einer
Sprintbelastung kann durch geeignete, mit Sensoren bestückte Einlegesohlen
gemessen werden. M. E. ist es sinnvoll, einen relativ neutralen Laufschuh
zu wählen. Die individuellen Bedürfnisse können dann durch eine geeignete
Sporteinlage, die auch nach einer Drückverteilungsmessung erstellt ist,
ausgeglichen werden. Das häufige Wechseln von Sportschuhen halte ich für
eine Unsitte. Bei einem optimalen Schuh kann dieser dauerhaft bis zu
seiner zeitlichen Belastungsgrenze getragen werden. Nach ca. 600 km
Laufleistung lassen die Rückstellkräfte der Sohlenmaterialien nach. Nach
einer maximalen Laufleistung von 1500 km oder maximal 1,5 Jahren Tragdauer
sollte der Schuh gewechselt werden.
Kein Laufschuh kann Defizite im Laufstill vollständig korrigieren. Aktive
Maßnahmen mit Kräftigung der Fuß- und Beinmuskulatur sowie
Koordinationstraining haben weiterhin Priorität.
Anmerkung:
Pronation = Absenken der Fußinnenseite
Supination = Anheben der Fußinnenseite
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