Sportschuhe

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Privatpraxis für
Orthopädie und Sportmedizin
Dr. Uwe Wegner

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letzte Aktualisierung:

21. November 2005





 

 

Aktuelle Informationen

 

Die Suche nach dem idealen Sportschuh und hier insbesondere nach dem idealen Laufschuh gestaltet sich auf Grund der Vielzahl von Marken und Modellen schwierig.

Die drei Hauptbeanspruchungen des Schuhs sind Dämpfen, Stützen und Führen. Um alle Komponenten zu sichern, wurden verschiedene Dämpfungs- und Stabilitätssysteme und -materialien entwickelt.

Viele Beschwerden werden durch die hohe Stoßbelastung beim ersten Bodenkontakt übermäßige Zug- und Scherkräfte z. B. durch verstärkte Pronationsbewegung (=Überpronation) oder Supinationsbewegung beim Abrollen verursacht. Beim einfachen Dauerlauf muss das 3-fache des Körpergewichtes beim Aufsetzen abgefedert werden. Bei einem 10 km -Lauf eines 80 kg schweren Läufers ist dies in ca. 40 min eine Belastung von über 500 Tonnen pro Fuß. Eine optimale Dämpfung ist also extrem wichtig. Die Effektivität der Dämpfung ist hierbei vor allem von der Fersenform des Schuhs abhängig, weniger von dem Material. Die Vermutung, dass, je weicher der Schuh ist, desto mehr Dämpfung erzielt wird, ist falsch. Je höher die Laufgeschwindigkeit und das Körpergewicht, desto größer ist die Verformungsgeschwindigkeit des Schuhs, d. h. der Schuh muss stabiler gebaut sein. Es gibt Vor-, Mittelfuß- und Rückfußläufer, so dass der Schuhaufbau dem primären Laufstil entsprechen muss. Die Mehrzahl der Langstreckenläufer setzt mit dem Rückfuß auf.

Das Gewicht des Laufschuhs liegt meist zwischen 350 und 380 g und sollte bei der Auswahl keine große Rolle spielen. Der Sportschuh soll durch konstruktive Maßnahmen die natürliche Fußbewegung unterstützen und führen.

Eine wichtige Eigenbewegung des Fußes ist die Entkoppelung von Vor- und Rückfuß. Diese Entkoppelung wird durch einen starren Schuh unterdrückt mit der Folge, dass der Fuß eine Eigenbewegung im Schuh vollführt. Dies hat zur Entwicklung der Torsionstechnik geführt. Die statische Analyse erlaubt keine Aussage über sein dynamisches Verhalten. Der Fuß vermindert unter Belastung seine Länge und Breite. Die Länge nimmt physiologisch um eine halbe bis eine ganze Schuhnummer zu. Die Breitenzunahme kann 1 cm und mehr betragen. Die Veränderungen müssen nicht seitengleich auftreten. Ohnehin haben nur 30% der Menschen eine seitengleiche Fußlänge. Beim Schuhkauf muss also im Stand mindestens eine Daumenbreite Luft vor den Zehen sein.

Mit einer Laufanalyse auf dem Laufband ist keine Schuhberatung möglich. Der Schrittablauf auf dem Laufband entspricht nicht dem natürlichen Laufverhalten im Gelände. Der Bewegungsablauf ändert sich in Abhängigkeit von der Laufbandgeschwindigkeit und der Eigenfrequenz des Laufbandes, so dass eine krasse Fehlbeurteilung des Laufstiles resultieren kann.

Die optimale Beurteilung ist nur durch eine Ganganalyse mit Hilfe einer Druckverteilungsmessung während des Abrollvorganges möglich. Hierzu sind verschiedene stationäre Systeme im Einsatz. Sogar während einer Sprintbelastung kann durch geeignete, mit Sensoren bestückte Einlegesohlen gemessen werden. M. E. ist es sinnvoll, einen relativ neutralen Laufschuh zu wählen. Die individuellen Bedürfnisse können dann durch eine geeignete Sporteinlage, die auch nach einer Drückverteilungsmessung erstellt ist, ausgeglichen werden. Das häufige Wechseln von Sportschuhen halte ich für eine Unsitte. Bei einem optimalen Schuh kann dieser dauerhaft bis zu seiner zeitlichen Belastungsgrenze getragen werden. Nach ca. 600 km Laufleistung lassen die Rückstellkräfte der Sohlenmaterialien nach. Nach einer maximalen Laufleistung von 1500 km oder maximal 1,5 Jahren Tragdauer sollte der Schuh gewechselt werden.

Kein Laufschuh kann Defizite im Laufstill vollständig korrigieren. Aktive Maßnahmen mit Kräftigung der Fuß- und Beinmuskulatur sowie Koordinationstraining haben weiterhin Priorität.

Anmerkung:
Pronation = Absenken der Fußinnenseite 
Supination = Anheben der Fußinnenseite