Kältetherapie

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Privatpraxis für
Orthopädie und Sportmedizin
Dr. Uwe Wegner

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letzte Aktualisierung:

21. November 2005





 

 

Aktuelle Informationen

 
   
  Die Kältetherapie gehört zur Gruppe der Thermotherapie. Bei den meisten Beschwerden am Bewegungsapparat stellt sich bzgl. dieser Form der physikalischen Therapie die Frage: „Kälte oder Wärme, was ist besser?“ Die meisten Regeln hierzu ergeben sich aus der traditio­nellen Überlieferung. Fast nichts ist wissenschaftlich belegt. Die gebräuchliche Einteilung „Kälte bei akuten Verletzungen und Wärme bei chronischen Beschwerden“ kann so nicht aufrechterhalten werden. Bei korrekter Anwendung können Sie weder durch das Eine noch durch das Andere Schaden nehmen. Man kann fast sagen, dass das gut ist, was Ihnen gut bekommt.

Wirkungen der Kältetherapie (Kryotherapie)

Die Kältetherapie umfasst verschiedene Formen von Umschlägen, Packungen etc. mit Eis, Schnee und kaltem Wasser. Zusätzlich werden Kühlsprays und wieder verwendbare Kühlpackungen, sog. Cool-/Coldpacks, eingesetzt.

Dem Kältereiz werden hauptsächlich 2 Wirkungen zugeordnet:

1. Schmerzlinderung
2. Abschwellung

Die sofortige Anwendung nach einer akuten Verletzung bewirkt eine rasche Schmerzlinde­rung. Die Aktivität der dicht unter der Haut gelegenen Schmerzrezeptoren ist stark tempera­turabhängig. Unterhalb einer Hauttemperatur von 10°C (Normal ca. 34°C) arbeiten diese Re­zeptoren praktisch nicht mehr. D.h. der akut Verletzte empfindet weniger Schmerzen. Dies ist sicherlich die beste Anwendungsmöglichkeit für die Kälte.

Eine Abkühlung des Gewebes bewirkt auch eine Gefäßverengung. Auch dieser Effekt ist bei einer akuten Verletzung gewünscht, um eine mögliche Blutung zu vermindern.

So weit die Theorie. Die o. g. Wirkungen gelten sicher für die Haut und das Gewebe einige cm darunter. Nun ist es jedoch für uns Menschen im Gegensatz z. B. zu den Reptilien lebenswichtiger, die Körpertemperatur konstant zu halten. Es ist also illusorisch, zu glauben, dass eine Muskelverletzung in der Tiefe des Oberschenkels aufhört zu bluten, wenn ich eine Eispackung auf die Haut lege. Auch durch eine noch tiefere Abkühlung, wie es z. B. durch Kühlsprays möglich ist, erreiche ich keine gesteigerte Wirkung.

Der Vorgang der Gefäßverengung dauert maximal 15 min an. Danach kommt es zu einer ge­steigerten Mehrdurchblutung, der sog. reaktiven Hyperämie. In der akuten Phase der Verletzung muss ich jetzt den Kühlvorgang unterbrechen, ca. 10 min warten, dann weiter kühlen. Dies sollte ca. die ersten 2 Tage so gemacht werden.

Für die Praxis gilt folgendes: Kühlung nicht länger als 20 min. Das Kühlmittel sollte nicht direkt auf die haut gebracht werden, da sonst die Gefahr von Verbrennungen besteht. Diese Gefahr ist insbesondere bei der Verwendung von Kühlsprays gegeben, wenn nach dem Motto “Viel hilft viel“ gehandelt wird. Durch die Schmerzlinderung bemerkt man die Zerstörung des Gewebes nicht. Nach wenigen Tagen beginnt das Absterben der Haut und der tieferen Gewebeschichten. Jede weitere Therapie der Verletzung ist damit unmöglich geworden.

Will ich z. B. die Muskeldurchblutung wirksam vermindern, so geschieht dieses über das vegetative Nervensystem. Jedes Körperareal kann ich über einen dazugehörigen Hautbezirk reflektorisch beeinflussen. So muss ich z. B. für eine Oberschenkelverletzung eigentlich die Eispackung auf ein Hautgebiet im Rücken legen. Diese komplizierten Zusammenhänge zu verstehen und anzuwenden ist jedoch Aufgabe Ihres medizinischen Betreuungsstabes.

Die reaktive Mehrdurchblutung des Gewebes kann man gut bei chronischen Verletzungen anwenden. Hier ist in der Regel die Gewebedurchblutung vermindert, dadurch die Reparatur der Verletzung verlängert. Hier kann man durch kurzfristige Kälteanwendung den Schmerz lindern und die Durchblutung verbessern, damit danach z. B. eine gezielte Übungs­behandlung angeschlossen werden kann, zumal die Kälte für eine gewisse Entspannung der Muskulatur sorgt.

Aus dem Vorhergesagten lässt sich folgender Schluss ziehen:

Je nach Art und Dauer der Anwendung eignet sich Kälte sowohl für akute als auch für chronische Verletzungen.

Eins sehr gute abschwellende Wirkung haben z. B. Quarkumschläge oder auch Umschläge mit Weißkohlblättern. Ich persönlich empfehle bei akuten Schwellungen eher einen Quark­umschlag, 2xtäglich ca. 30-45 min ca. 1 cm dick!

Bitte beachten:

Kälteanwendung nicht länger als 20 min ohne Pause.
Vorsicht vor Verbrennungen bei zu starker Kühlung.
Kälte nimmt den Schmerz.


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