 |
|
|
Erste in
Deutschland zugelassene orthopädische Praxis nach
DIN EN ISO 9001:2000

Privatpraxis für
Orthopädie und Sportmedizin
Dr. Uwe Wegner
Telefon
+49 (511) 84 20 42 1
Fax
+49 (511) 84 20 41 0
Adresse
Peiner Str. 4
30519 Hannover
© Copyright 2000
praxis@adowe.de
Website/Design Realisation
Herrmann Management Consult
optimiert für IE5.5 1024x768
letzte Aktualisierung:
21. November 2005 |
| |
|
|
|
|
|
Die Kältetherapie gehört zur Gruppe der
Thermotherapie. Bei den meisten Beschwerden am Bewegungsapparat stellt sich
bzgl. dieser Form der physikalischen Therapie die Frage: „Kälte oder Wärme, was
ist besser?“ Die meisten Regeln hierzu ergeben sich aus der traditionellen
Überlieferung. Fast nichts ist wissenschaftlich belegt. Die gebräuchliche
Einteilung „Kälte bei akuten Verletzungen und Wärme bei chronischen Beschwerden“
kann so nicht aufrechterhalten werden. Bei korrekter Anwendung können Sie weder
durch das Eine noch durch das Andere Schaden nehmen. Man kann fast sagen, dass
das gut ist, was Ihnen gut bekommt.
Wirkungen der Kältetherapie (Kryotherapie)
Die Kältetherapie umfasst verschiedene Formen von Umschlägen, Packungen etc. mit
Eis, Schnee und kaltem Wasser. Zusätzlich werden Kühlsprays und wieder
verwendbare Kühlpackungen, sog. Cool-/Coldpacks, eingesetzt.
Dem Kältereiz werden hauptsächlich 2 Wirkungen zugeordnet:
1. Schmerzlinderung
2. Abschwellung
Die sofortige Anwendung nach einer akuten Verletzung bewirkt eine rasche
Schmerzlinderung. Die Aktivität der dicht unter der Haut gelegenen
Schmerzrezeptoren ist stark temperaturabhängig. Unterhalb einer Hauttemperatur
von 10°C (Normal ca. 34°C) arbeiten diese Rezeptoren praktisch nicht mehr. D.h.
der akut Verletzte empfindet weniger Schmerzen. Dies ist sicherlich die beste
Anwendungsmöglichkeit für die Kälte.
Eine Abkühlung des Gewebes bewirkt auch eine Gefäßverengung. Auch dieser Effekt
ist bei einer akuten Verletzung gewünscht, um eine mögliche Blutung zu
vermindern.
So weit die Theorie. Die o. g. Wirkungen gelten sicher für die Haut und das
Gewebe einige cm darunter. Nun ist es jedoch für uns Menschen im Gegensatz z. B.
zu den Reptilien lebenswichtiger, die Körpertemperatur konstant zu halten. Es
ist also illusorisch, zu glauben, dass eine Muskelverletzung in der Tiefe des
Oberschenkels aufhört zu bluten, wenn ich eine Eispackung auf die Haut lege.
Auch durch eine noch tiefere Abkühlung, wie es z. B. durch Kühlsprays möglich
ist, erreiche ich keine gesteigerte Wirkung.
Der Vorgang der Gefäßverengung dauert maximal 15 min an. Danach kommt es zu
einer gesteigerten Mehrdurchblutung, der sog. reaktiven Hyperämie. In der
akuten Phase der Verletzung muss ich jetzt den Kühlvorgang unterbrechen, ca. 10
min warten, dann weiter kühlen. Dies sollte ca. die ersten 2 Tage so gemacht
werden.
Für die Praxis gilt folgendes: Kühlung nicht länger als 20 min. Das Kühlmittel
sollte nicht direkt auf die haut gebracht werden, da sonst die Gefahr von
Verbrennungen besteht. Diese Gefahr ist insbesondere bei der Verwendung von
Kühlsprays gegeben, wenn nach dem Motto “Viel hilft viel“ gehandelt wird. Durch
die Schmerzlinderung bemerkt man die Zerstörung des Gewebes nicht. Nach wenigen
Tagen beginnt das Absterben der Haut und der tieferen Gewebeschichten. Jede
weitere Therapie der Verletzung ist damit unmöglich geworden.
Will ich z. B. die Muskeldurchblutung wirksam vermindern, so geschieht dieses
über das vegetative Nervensystem. Jedes Körperareal kann ich über einen
dazugehörigen Hautbezirk reflektorisch beeinflussen. So muss ich z. B. für eine
Oberschenkelverletzung eigentlich die Eispackung auf ein Hautgebiet im Rücken
legen. Diese komplizierten Zusammenhänge zu verstehen und anzuwenden ist
jedoch Aufgabe Ihres medizinischen Betreuungsstabes.
Die reaktive Mehrdurchblutung des Gewebes kann man gut bei chronischen
Verletzungen anwenden. Hier ist in der Regel die Gewebedurchblutung vermindert,
dadurch die Reparatur der Verletzung verlängert. Hier kann man durch
kurzfristige Kälteanwendung den Schmerz lindern und die Durchblutung verbessern,
damit danach z. B. eine gezielte Übungsbehandlung angeschlossen werden kann,
zumal die Kälte für eine gewisse Entspannung der Muskulatur sorgt.
Aus dem Vorhergesagten lässt sich folgender Schluss ziehen:
Je nach Art und Dauer der Anwendung eignet sich Kälte sowohl für akute als auch
für chronische Verletzungen.
Eins sehr gute abschwellende Wirkung haben z. B. Quarkumschläge oder auch
Umschläge mit Weißkohlblättern. Ich persönlich empfehle bei akuten Schwellungen
eher einen Quarkumschlag, 2xtäglich ca. 30-45 min ca. 1 cm dick!
Bitte beachten:
Kälteanwendung nicht länger als 20 min ohne Pause.
Vorsicht vor Verbrennungen bei zu starker Kühlung.
Kälte nimmt den Schmerz.
nach oben |
|